Vorwort und Dank

Vorwort und Dank

Das Denkmal für die Fürther Opfer der Shoah wurde am 29. Juli 1997 eingeweiht. Es bestand aus steinernen Tafeln mit 886 Namen in der Halle des Neuen Jüdischen Friedhofes Fürth (siehe Titelbild oben) und einem Memorbuch mit allen verfügbaren Informationen zu diesen Opfern. An der Errichtung waren maßgeblich die Herren Raphael Halmon (ehemals Rolf Hallemann), Emil Elieser Höchster, Frank Harris (ehemals Franz Hess), Moshe Heinemann und Uri B. Oppenheimer beteiligt. Ich selbst habe recherchiert, korrespondiert und Spenden gesammelt.

Die Befürchtung, dass dieses Denkmal unvollständig ist, bestätigte sich leider schon kurz vor der Einweihung zum ersten Mal: Max Rawicz, als Überlebender gemeldet, war in Kaunas getötet worden.

 

Durch meine Kontakte zu Angehörigen und vielen Anderen, durch die Zusammenarbeit mit den Stadtarchiven Fürth und Nürnberg, die Auswertung später erschienener Gedenkbücher anderer Städte und Internet-Publikationen ehemaliger Konzentrationslager, sowie durch Erkenntnisse im Zusammenhang mit der Dokumentation der beiden Friedhöfe wurden 228 Opfer nachträglich bekannt: Es sind hauptsächlich Frauen, die auswärts geheiratet hatten, so dass ihre Ehenamen nicht bekannt waren, sodann polnische Juden, deren Schicksal nach ihrer Ausweisung aus Deutschland uns im Jahr 1997 noch unbekannt war, sowie Opfer, die von außerhalb der damaligen Reichsgrenzen deportiert wurden. Ich fand aber auch zahlreiche Ergänzungen zu bekannten Opfern, sowie einige Berichtigungen: vier Deportierte haben – g’ttlob - überlebt. Auch liegen jetzt 400 Fotos vor, gegenüber 192 im Buch von 1997. Schließlich wurde ein Mädchennamen-Index erstellt.

 

Die nach der Einweihung des Denkmals im Juli 1997 bekannt gewordenen Opfer wurden im Mai 2009 dem Denkmal angefügt. Die Arbeiten führte wie schon 1997 die Würzburger Firma Geisendörfer aus (siehe Titelbild unten). Ein herzlicher Dank gilt der Stadt Fürth und Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung, die durch großzügige finanzielle Hilfe einmal mehr gezeigt haben, welch hohe Bedeutung sie der Erinnerung an ihre jüdischen Bürger beimessen. Auch dem Bezirk Mittelfranken sowie einer Reihe von Privatpersonen, ganz besonders Barbara Ohm, Suzanne Gundelfinger und David Krugmann sei sehr herzlich gedankt.

 

Nach 13 Jahren wird nun das längst vergriffene Memorbuch in wesentlich erweiterter und verbesserter Form ins Internet gestellt. Mein herzlicher Dank geht an Johann Fleischmann, der in zeitaufwendiger Detailarbeit meine Ergänzungen und Korrekturen eingearbeitet und mit großer Geduld die Probleme mit dem hebräischen Teil bewältigt hat. Ebenso dankbar bin ich Marius Fleischmann, der diese Internet-Edition des Memorbuches erstellte.

 

Mein Dank für Informationen, Überlassung von Fotos und vielfältige Unterstützung meiner Recherchen gilt den Angehörigen der Opfer, der Leitung und den Mitarbeitern des Stadtarchivs Fürth, Gerhard Jochem vom Stadtarchiv Nürnberg, dem Staatsarchiv Nürnberg, den Stadtarchiven München und Bamberg, Annette Dahms, Dr. Christiane Kolbet, dem Standesamt Fürth und Peter Frank.

 

 

Gewidmet

den Angehörigen der Opfer

und der Israelitischen Kultusgemeinde Fürth i.z.o.

 

Gisela Naomi Blume im Sommer 2010